Kommen wir da wieder heraus?

Zehn Wochen im Ausnahmezustand sind vorbei und die Verunsicherung ist allgegenwärtig. Einzig der partei-politische Hickhack ist wieder da, penetranter und verletzender als vorher. Das Normalvolk ist in Apathie versunken, misstrauisch wird jede kleine Lockerung der Maßnahmen beäugt. Nur die Ignoranten, die immer schon gegen alles waren, tun so, als wäre nie etwas gewesen und sie hätten es ja immer schon gewusst. Doch die Rücksichtsvollen, Vorsichtigen und Hilfsbereiten warten ab. Aber wie lange noch funktioniert dieses Warten? Irgendwann sollte man sich das Morgen wieder neu erdenken und loslegen. Warten ist Stillstand und Stillstand ist Zerfall. Wer wird diesen aufhalten? Die Demonstrierer und ewigen Nörgler verändern keinen Zustand, sie festigen nur die Missstände, machen diese zum Programm. Wo bleiben die Aufbauer, die Kreativen, die sich ein schönes Leben ausdenken können? Wer motiviert dieses Neudenken? Nur du selber kannst aufwachen, kannst konstruktive Ideen kreieren und verbreiten. Du selber hast die Kraft in dir allein. Wenn du es schaffst, ohne äußeren Anstoß Positives anzudenken, mag sein, dieses verbreitet sich wie der sprichwörtliche Tropfen im Ozean. Doch gerade dieser fehlende Anstoß könnte unseren Untergang bedeuten. Wenn alle Künstler gestoppt sind und sich einzig um Lebensunterhalt bemühen müssen, wer wird die Kraft haben, dieses Schöne ins Nichts zu postulieren! Vielleicht gibt es da noch einen, der gut ist im Darben und noch nicht infiziert vom Virus des Materiellen trotz Untergangsstimmung sich Gutes und Schönes erdenkt und uns somit herauszieht aus dem unendlichen Nichts dieses irdischen Daseins?

©2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied

Im Rosenlicht

Im RosenlichtGB 270 - Kopie
erglänzt mein
stiller Traum
vom süßen Sein
im Frühlingshain
mit dir

Der zarte Duft
umnebelt jedes
ernste Wort
Weist jeder Sorge
gleich die Tür!

Ein Knospenstrauch
jungfräulich weiß
lavedelblau verbrämt
nimmt meiner Träne
bittersüße Ahnung

In zärtlicher Libkosung
streicht sanft der Wind
durchs helle Grün
Zerzaust mein Denken
und mein Haar
weht streichelnd
über mein Gesicht
im Rosenlicht

 

 

©2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, …denn die Liebe bleibt!, Verlag Ploder, Friesach, 2005

Es ist genug!

Corona hin oder her. Was darf man, was darf man nicht. Es ist gefährlich oder es ist harmlos. Tödlich oder eine Erfindung. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen für die eine und für die andere Seite. Und beide Seiten haben ihre Anhänger, verteidigen und promoten ihre Richtung, verteufeln die andere. Täglich werden interessierte Menschen in den sozialen Medien überschüttet mit diesen widersprüchlichen Erkenntnissen und schlagen sich einmal auf die eine, dann wieder auf die andere Seite, bis sie in totale Apathie versinken und diese Gleichgültigkeit ist ein Vorbote der Agonie unserer vertrauten Gesellschaft.

Und alle leiden. Die einen mehr, die anderen weniger. Manche Tätigkeiten werden jetzt hochstilisiert, diejenigen in den systemrelevanten Berufen, als Retter unseres Lebens, man fordert einen finanziellen Bonus – andererseits: diese haben doch wenigstens eine Arbeit mit regelmäßigem Einkommen! Andere müssen warten. Auf was? Auf Normalität? Ist es absehbar, wann diese eintritt? Wollen wir überhaupt, dass diese „Normalität“ wieder kommt?

Die sogenannte „Volkskultur“ ist jetzt total am Boden, abgewertet war sie ja in diesem „Kulturland“ Österreich schon lange. Man hat schon längst verdrängt, dass unser kultureller Ruf, alle Höchstleistungen auf diesem Gebiet einer reichen volkskulturellen Tätigkeit im Lande erwachsen. Ohne diesen lebendigen und gesunden Boden bröckelt die Kulturspitze und fällt ins Nichts zusammen. Und plötzlich ist da nichts mehr: in den Schulen wird kaum noch gesungen und musiziert, die Chöre am Land verschwinden – nur ein paar „große“, kulturell „hochstehende“ werden ihre Unterstützungen bekommen. Die Abwertung des Volksgutes ist schon seit Jahren im Gange. Unsere Volkslieder sind verpönt und langweilig, es müssen schon Lieder aus Afrika und Amerika sein, um Begeisterung und Anerkennung zu erregen. In Schulen wird schon seit Jahrzehnten nur mehr „Neues“ gesungen – mit der fadenscheinigen Begründung, dass die Kinder das lieber haben – aber mit dem Effekt, dass das Singen zu Hause verschwindet. Früher gab es einen gemeinsamen Liederschatz von Jung und Alt, dieser wurde gepflegt und hat Generationen verbunden. Nun, dieses generationenübergreifende Liedgut ist schon seit vielen Jahren systematisch ausgerottet worden – und jetzt kommt die nächste Stufe: das totale Aus für die Volkskultur! Sie ist ja nicht wichtig für die Gesellschaft. Nein. Es ist gefährlich, mit Gleichgesinnten im Chor zusammenzukommen! Man darf in Gasthäusern zusammensitzen und miteinander eines oder mehrere Gläser erheben, sich lautstark mit mehr oder weniger feuchter Aussprache unterhalten, aber man darf nicht miteinander singen! Chorsänger sind Virenschleuder. Menschen am Stammtisch nicht?

OK! Wir warten ab. Wir Chorleiterinnen und Chorleiter sitzen daheim, erhalten uns monatelang ohne systemrelevante Arbeit von unseren Ersparnissen und dürfen hoffen, dass irgendwann, wenn die „Lockerungen“ bekanntgegeben werden, noch ein Chor vorhanden ist, den wir leiten dürfen. Oder es ist dem Establishment bis dahin endlich gelungen, jede nicht für das System unabdingbar notwendige Person „selbstbestimmt“ in seinen vier Wänden zu halten, wo er hervorragend mit vorgegebenen Meinungen gleichgeschaltet werden kann!

Eine düstere Aussicht für unser Kulturland Österreich, dass es so dann wohl nicht mehr geben wird!

©2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied

ZEIT-WORT XLVIII

Zeitwort 48-SN

Vielleicht dann!

Wenn ich alle meine Spiralnebel gemalt habe
Alle Träume hineinverwoben bis zum letzten Stern
hinterrücks einen neuen Planeten kreiert
und ihn lichtgrün verpackt
auf die Reise geschickt habe
werde ich mich zurückziehen
ins Nicht der Ewigkeit

GB 316A

Vorbei ist dann alles Bewundern
und alles Bedauern
jeglicher Zorn ist verdampft
und regnet in feinsten Silbertröpfchen
hinein in das Leben der Ernsten

Vielleicht sieht einer am Morgen
das Glänzen an den Halmen
erahnt die ewige Stimmung
der Unendlichkeit

 

 

 

 

©2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Ausgeträumt – Gedanken einer verleugneten Seele,
Verlag Ploder, Friesach, 2009

Neues Video auf YouTube!

Ein weiteres Video vom Zwaklång – ein ganz neues Lied passend in diese schwierigen Zeiten!

Zwischenbericht

Es ist nun schon die sechste Woche unserer geänderten gesellschaftlichen Situation und man kann spüren, dass beinahe jeder allmählich etwas genervter wird, auch ich selber. An und für sich hätte ich genug zu tun, so viele alte liegengebliebene Projekte könnten nun aufgearbeitet werden und eigentlich sollte genug Zeit fürs Schreiben, Malen und komponieren übrig bleiben… Doch die rechte Inspiration will sich nicht einstellen und von innerer Ruhe kann man auch nicht wirklich sprechen. Der gewohnte Wochenrhythmus ist zerstört, die Abwechslung zwischen Alleinsein, Vereinsarbeit und Familie hat eigentlich immer recht gut getan. Nun gibt es kaum Alleinsein, keine Chorproben mit Freunden und rund um die Uhr Familie – das ist dann doch anstrengend. Es wird jetzt natürlich viel gekocht und daraus ergeben sich auch einige halbe Stunden an Küchenarbeit – obwohl ich mich nicht beschweren sollte – ich bin ja nicht allein damit und einkaufen muss ich auch nicht, da ich ja schon zur Risikogruppe gehöre. Trotzdem,  in normalen Zeiten habe ich Tage, an denen ich mich gar nicht um die Hausarbeit kümmern muss, da ich ja alleine daheim bin und da bleibt der Kopf doch freier für meine kreativen Aktionen – keiner schaut um die Ecke und stört mit Kommentaren. Ich kann übermalen, experimentieren, verwerfen… kann das unfertige Bild auf der Staffelei stehen lassen, viertelstündlich anschauen und überlegen, ob ich wirklich damit zufrieden bin…  irgendwann hab ich dann doch mein fertiges Bild.

Ich muss mit dieser neuen Situation umgehen lernen, denn ich fürchte, wir werden noch ein paar Wochen miteinander verbringen dürfen. Und später dann werden wir zurückblicken auf diese Corona-Monate und ich möchte dann nicht sagen müssen, ich hätte die chorlosen Wochen nicht genützt.

©2020 Prof. Ilse-Storfer-Schmied

Zwaklang auf YouTube!

Boxenstopp

Wenn unsere Veranstaltungen auch verschoben sind, man kann uns nun auf YouTube hören! Wir freuen uns, wenn ihr unseren Kanal abonniert und wir freuen uns natürlich auch über jedes Like oder jeden Kommentar!

 

Im Ausnahmezustand!

Gedanken zum Tag

9. April 2020

Veranstaltungen sind leider abgesagt…

Durch die besonderen Umstände dieser Tage sind zwar unsere nächsten Veranstaltungen abgesagt, doch wir bleiben kulturell aktiv und konzentrieren uns auf neue zukünftige Projekte. Die neuen Lieder vom Zwaklång werden geübt und demnächst wird das eine oder andere auf YouTube zu hören und zu sehen sein.2019-5D4-CU5A2807Vielleicht mögt ihr euch in einer ruhigen Stunde etwas ablenken oder auf andere Gedanken kommen – meine Bücher mit Gedichten und Kurzprosa eignen sich sehr dafür! Wir versenden oder liefern gerne!

Die Ausstellung der farbenfrohen Acrylbilder in unserem Haus wird gerade aktualisiert und sobald die Bestimmungen etwas gelockert werden, bieten wir wieder die Möglichkeit, diese nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung zu besuchen.

Bleibt uns gewogen und vor allem: Bleibt gesund!