Archiv für 18. Juni 2020

MG Himberg-BürgermeisterInfo

2020-03-MGH BM-Info

NÖN über KULTUR-IMPULSE

2020-03-NÖN

Der Sommer kommt…

Die Frühjahrssaison ist für alle Kulturschaffenden gelaufen. Irgendwie haben wir es überstanden, auch ohne die geplanten Veranstaltungen, halt mit persönlichen Einschränkungen. Die Sehnsucht nach Bühnenpräsenz ist groß, aber die Zukunft ungewiss. Nach einigen Lockerungen der Verhaltensregeln gibt es natürlich Neuinfektionen und die Angst bleibt, genauso wie der Widerstand der Egoisten. Ich kann beide Standpunkte wirklich gut verstehen, ich muss diese nicht unbedingt akzeptieren oder für richtig bzw. falsch halten – das ist ohnehin nicht meins: richtig-falsch-Einschätzungen haben noch nie aus Krisen geholfen und sind auch in dieser Situation nicht angebracht. Wenn man in der Öffentlichkeit und mit Menschen arbeitet, muss einem klar sein, dass die Meinungen immer divergieren. Man wird nie alles auf einen Nenner bringen können. Die Kunst ist es doch, einen Weg zu finden, der vielen gerecht wird, aber der auch dich selber aus dem Out herausbringt. Nicht einfach, vor allem jetzt vor der Sommerpause mit ungewisser Einschätzung für den Herbst…

Die letzten Monate konnte ich mit meiner Ausstellung im Haus gut überbrücken, die angemeldeten Besucher brachten anregende Gespräche und auch reges Interesse an meinen künstlerischen Werken. Im chorischen Bereich haben die Gartensingen einigen Mutigen viel Freude gebracht, auch manche Probe mit Abstand in größeren Räumen hat gut funktioniert und war sehr effektiv. Für den Sommer, den die meisten nun doch zu Hause verbringen werden, sind gemütliche Treffen im Garten angedacht, sodass zumindest das gesellige Repertoire nicht ganz in Vergessenheit geraten wird. Wie es dann weitergeht, steht wohl noch in den Sternen. Sollen wir Adventkonzerte ins Auge fassen? Werden wir dafür mit ausgewogener Stimmenanzahl proben können? Wird die große Hochzeit einer Chorsängerin im Herbst stattfinden können? Und in welcher Form kann das Jubiläum eines meiner anderen Chöre über die Bühne gehen? Fragen über Fragen, die mir meine Sommerruhe wohl etwas stören werden.

Doch wie immer in meinem jetzt doch schon ziemlich langen Leben, bietet jede Schwierigkeit auch viele Chancen. Ich habe in diesen Monaten einiges gelernt und werde mich für die nächsten Jahre wohl etwas anders ausrichten, werde mich wieder etwas mehr auf meine philosophisch/soziologischen Interessen konzentrieren und darüber kann ich mich riesig freuen. Das heißt aber nicht, dass ich mit dem Malen und Singen aufhöre, nein – nur kann eine Schwerpunktverlagerung viel Lebensfreude frei setzen, die dann nicht nur für mich, sondern auch  meinen Freunden, Weggefährten und Vereinsmitgliedern einen Aufschwung und eine positive Zukunft beschert.

Und was meine Sehnsucht nach Bühnenpräsenz betrifft – ist nicht die ganze Welt einfach nur eine Bühne für dein Leben?

© 2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied

Können… wollen… dürfen wir singen?

Unsere liebste Freizeitbeschäftigung ist nun beinahe ins Aus katapultiert worden. Singen im Chor ist in diesen Zeiten lebensgefährlich! Und diese Meldung kommt in den Köpfen vieler Chormitglieder an und verbreitet sich schneller als der Virus. Ja, singen fördert die Freisetzung positiver Gefühle und das scheint in Zeiten wie diesen wirklich gefährlich zu sein! Wie kann man eine Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen, die Menschen in ihren Häusern halten, ausgesetzt den vorgegebenen Meldungen, gleichgeschaltet im Konsumverhalten und dadurch einfach manipulierbar, wenn sie dann hinausgehen und miteinander singend Freude kreieren?

Nun gibt es neue Forschungen und Erkenntnisse, die Chorverbände geben nicht auf und veranlassen Studien. Die Anleitungen sind seitenweise und kompliziert, die einfache Umsetzung scheitert oft an den bereits in den Köpfen einpflanzten Angstgedanken der Einzelnen. Chorprobe im Freien mit großen Abständen, Einbahnregelungen beim Kommen und Verlassen der Bereiche, einfache Logik und gesunder Menschenverstand kommen bei angstinfizierten Leuten nicht an – wenige kommen, aber der Aufschwung der Stimmung bei den Mutigen ist  enorm. Vielleicht gibt es ein paar, die einfach nur abwarten? Die positive Stimmung wird spürbar sein – aber wer kann spüren, wenn er in Angst versunken ist? Im monatelangen Beobachten der Fallzahlen und ausharren wird manches Wesen erstarren. Ob wir ein Aufwachen zum schönen Miteinander dann noch schaffen werden ist fraglich!

© 2020 Prof. llse Storfer-Schmied

Kommen wir da wieder heraus?

Zehn Wochen im Ausnahmezustand sind vorbei und die Verunsicherung ist allgegenwärtig. Einzig der partei-politische Hickhack ist wieder da, penetranter und verletzender als vorher. Das Normalvolk ist in Apathie versunken, misstrauisch wird jede kleine Lockerung der Maßnahmen beäugt. Nur die Ignoranten, die immer schon gegen alles waren, tun so, als wäre nie etwas gewesen und sie hätten es ja immer schon gewusst. Doch die Rücksichtsvollen, Vorsichtigen und Hilfsbereiten warten ab. Aber wie lange noch funktioniert dieses Warten? Irgendwann sollte man sich das Morgen wieder neu erdenken und loslegen. Warten ist Stillstand und Stillstand ist Zerfall. Wer wird diesen aufhalten? Die Demonstrierer und ewigen Nörgler verändern keinen Zustand, sie festigen nur die Missstände, machen diese zum Programm. Wo bleiben die Aufbauer, die Kreativen, die sich ein schönes Leben ausdenken können? Wer motiviert dieses Neudenken? Nur du selber kannst aufwachen, kannst konstruktive Ideen kreieren und verbreiten. Du selber hast die Kraft in dir allein. Wenn du es schaffst, ohne äußeren Anstoß Positives anzudenken, mag sein, dieses verbreitet sich wie der sprichwörtliche Tropfen im Ozean. Doch gerade dieser fehlende Anstoß könnte unseren Untergang bedeuten. Wenn alle Künstler gestoppt sind und sich einzig um Lebensunterhalt bemühen müssen, wer wird die Kraft haben, dieses Schöne ins Nichts zu postulieren! Vielleicht gibt es da noch einen, der gut ist im Darben und noch nicht infiziert vom Virus des Materiellen trotz Untergangsstimmung sich Gutes und Schönes erdenkt und uns somit herauszieht aus dem unendlichen Nichts dieses irdischen Daseins?

©2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied

Im Rosenlicht

Im RosenlichtGB 270 - Kopie
erglänzt mein
stiller Traum
vom süßen Sein
im Frühlingshain
mit dir

Der zarte Duft
umnebelt jedes
ernste Wort
Weist jeder Sorge
gleich die Tür!

Ein Knospenstrauch
jungfräulich weiß
lavedelblau verbrämt
nimmt meiner Träne
bittersüße Ahnung

In zärtlicher Libkosung
streicht sanft der Wind
durchs helle Grün
Zerzaust mein Denken
und mein Haar
weht streichelnd
über mein Gesicht
im Rosenlicht

 

 

©2020 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, …denn die Liebe bleibt!, Verlag Ploder, Friesach, 2005