Archiv für Das monatliche Gedicht

Mein Geschenk

Mein Geschenk:Mein Geschenk
ein Silberlachen
schon am Morgen früh
lässt dich täglich froh erwachen
Ich vergess‘ dich nie!

Mein Geschenk:
Nein – keine Torte
für den langen Tag
Ich schenk dir nur nette Worte
Sag, dass ich dich mag!

Mein Geschenk:
Ein »Mit dir träumen«
Jeden Abend lang
lässt uns keinen Ton versäumen
von dem süßen Klang

Mein Geschenk:
Ein »An uns glauben«
an die hohe Macht
Das Geschenk der reinen Liebe
Dieser Weihnachtsnacht

 

© 2018 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Wintermond, Verlag Ploder, Friesach, 2004

Überraschung im Herbst

Heute leuchtet meine WeltGB 309
unerwartet sonnengelb

Alle Birken und Pappeln
lassen ihre Blätter zappeln

Gestern noch im zarten Grün
ist die Sommerlust dahin

Und zum Trost für das Gemüt
Sonnengelb das Laub erglüht

Raschelt einmal noch zum Spaß
Landet dann im grünen Gras

Fröhlich stapfe ich durch Laub
Wirble Blätter und den Staub

Freue mich – denn diese Welt
war einen Tag lang sonnengelb!

 

©2018 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Ausgeträumt, Verlag Ploder, Friesach, 2009

Jetztsein im Ich!

Sonnenwarm lässt mich
der Herbsttag
sein und träumen

Wintersaat zartgrün
Letzte Sonnenblume gelb
am WegrandGB 276
Ahorn und Eschen auch
sonnenfarben

Tiefbraun
das frisch gepflügte Feld
und Rot

Immer wieder Rot
als kleine Tupfer
Am Obstbaum
An den Rosenbüschen

Das sind die Farben
die mein Jetzt verbrämen!
Ich?

Ich bin
nur da!

 

©2018, Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Diese Zeit – (k)ein Gedicht, 2009, Verlag Ploder, Friesach

 

 

Letzter Schmetterling

GB 300 - Kopie

Unruhig
flattert ein Schmetterling
quer durch mein Denken
als letzte Hoffnung
dieses Sommertages

Die müde Rosenblüte
trägt schon Spinnenfäden
und erste Blätter
segeln mit dem Wind
ins Gras

Noch schickt die Sonne
ihre Strahlen stark und warm
auch ist der Rasen
saftig grün

Doch sind die Schatten
länger schon
und die Erinnerung
wiegt schwer

Nur dieser Schmetterling
fliegt durch mein Denken
quer

 

 

©2018, Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Diese Zeit – (k)ein Gedicht, 2009, Verlag Ploder, Friesach

Abendgebet

In mein AbendgebetGB 189 - Kopie
lege ich meine ganze Welt
und deine
wenn du möchtest!

Jeder Angstschrei dieser Erde
jedes hungrige Wimmern
und alle Tränenbäche
sind erwähnt
Krieg und Verleumdung
Vergangenheit und Jetzt
Lügen und Vertrauen
und unser Ziel

Mein Abendgebet schließt ein
dass dein Abendgebet erhört wird
sofern auch du
nicht Wut und die Zerstörung
nur Liebe
und den Frieden
zum Ziel gesetzt!

© 2018 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Weltgrün – Zeitkritik zwischenmenschlich, Ploetz Wolfsberg, 1989

Nichts!

Wenn ich gerne schreiben tätGB 286 - Kopie
und kein Wort reimt sich zum andern…
wenn mein Denken ausgelaugt ist
leer wie eine ausgeschleckte Schale…
bleib ich zurück in Nichtigkeit!

Ich mag erkennen
dass alles dort endet
und auch dort
beginnt –
im Nichts!

 

© 2018 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus dem Manuskript: Ilse Storfer, Wesentliches

Abheben

Oben drüberGB 256 - Kopie
wohlfühlen
Abheben und
Schweben
Im Wachen träumen
Termin und Pflichten
versäumen
Nicht wissen
doch alles verstehen
Verborgenes sehen
und schmunzeln
Eintauchen
ins Ewige
Verklärt
zurückkehren
ins Menschliche
und lächeln

© 2018 Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Ausgeträumt, Verlag Ploder, Friesach 2009

Schön bist du wie eine Rose

Für die Maiandacht ein Mariengedicht!GB 169 Ausschnitt

Schön bist du wie eine Rose
zart erblüht im Morgenlicht
und du rührst an meine Seele
wie ein inniges Gedicht

Keiner kann wie du ertragen
Glaube gibt dir Lebensmut
und du schenkst uns deine Liebe
Dieses Beispiel tut so gut!

Schön bist du wie eine Rose
leuchtest zart im Abendlicht
Deine Ruhe und dein Glaube
gibt mir Hoffnung und Zuversicht

Du, Maria, bist die eine
die uns zu berühren mag
Demutsvoll, doch immer fröhlich
weihen wir dir jeden Tag!

 

 

 

© 2018, Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Ave Maria, Verlag Ploder, Friesach, 2012

Nichts sag ich mehr!

Nichts sag ich mehr – kein WortGB 306B
in diesen weltverdrehten Tagen
Keine Antwort auf die tausend Fragen!

Früher war ich schnell
mit meinen Kommentaren
Welt und Menschen
wie ich sie erfahren
haben meinen spitzen Wortwitz
manchmal hart gespürt
Hab ein scharfes Schwert gezielt geführt
wenn auch nur mit meinen kargen Worten

Jetzt in Zeiten der verdorrten
Jugendblüten werd ich leiser!
Mag sein, ich gebe mich nun weiser
und schweige öfter mit verklärtem Lächeln!

Ich spüre manchmal
Trauerweidenzweige fächeln
Dann denk ich mir: Es ist genug!
Nun bist du alt
Nun bist du klug!

Ich sag nichts mehr – auch wenn ich weiß!
Ich stell mich manchmal dumm und naseweiß

Die Welt?
Die dreht sich weiter im vertrauten Takt
als hätte Er da oben diesen Pakt
geschlossen mit dem Sein und Werden
Vertrauen dürfen wir Ihm
wie dem Schäfer seine Herden!

 

 

©2018, Prof. Ilse Storfer-Schmied
aus: Ilse Storfer, Diese Zeit – (k)ein Gedicht, Verlag Ploder, Friesach, 2009

 

Wer braucht ein Gedicht?

GB 142 - Kopie

In diesen Tagen der Geschäftigkeit
scheint der Profit alleinig Ziel für jedermann
und alles Streben bleibt auf Sichtbares gerichtet

Die Menschheit zeigt ein finsteres Gesicht
die Spiele werden ernst!
Das Scheitern scheint Programm
Verlacht wird jedermann
der heut noch heimlich dichtet!

Und doch verarmt das Land in dieser Zeit
da alles nur auf irdischen Gewinn hin plant
und geistlos funktioniert der Mensch
bald als Maschine

Wo bleibt ein wacher Genius mit Herz
der sich vom Spiel der Welt nicht kaufen lässt?
Der wacker weiterhin dem Pegasus nur diene!

 

 

© 2018 Prof. Ilse Storfer-Schmied