Können… wollen… dürfen wir singen?

Unsere liebste Freizeitbeschäftigung ist nun beinahe ins Aus katapultiert worden. Singen im Chor ist in diesen Zeiten lebensgefährlich! Und diese Meldung kommt in den Köpfen vieler Chormitglieder an und verbreitet sich schneller als der Virus. Ja, singen fördert die Freisetzung positiver Gefühle und das scheint in Zeiten wie diesen wirklich gefährlich zu sein! Wie kann man eine Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen, die Menschen in ihren Häusern halten, ausgesetzt den vorgegebenen Meldungen, gleichgeschaltet im Konsumverhalten und dadurch einfach manipulierbar, wenn sie dann hinausgehen und miteinander singend Freude kreieren?

Nun gibt es neue Forschungen und Erkenntnisse, die Chorverbände geben nicht auf und veranlassen Studien. Die Anleitungen sind seitenweise und kompliziert, die einfache Umsetzung scheitert oft an den bereits in den Köpfen einpflanzten Angstgedanken der Einzelnen. Chorprobe im Freien mit großen Abständen, Einbahnregelungen beim Kommen und Verlassen der Bereiche, einfache Logik und gesunder Menschenverstand kommen bei angstinfizierten Leuten nicht an – wenige kommen, aber der Aufschwung der Stimmung bei den Mutigen ist  enorm. Vielleicht gibt es ein paar, die einfach nur abwarten? Die positive Stimmung wird spürbar sein – aber wer kann spüren, wenn er in Angst versunken ist? Im monatelangen Beobachten der Fallzahlen und ausharren wird manches Wesen erstarren. Ob wir ein Aufwachen zum schönen Miteinander dann noch schaffen werden ist fraglich!

© 2020 Prof. llse Storfer-Schmied

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