Sonntagmorgen…

Aufwachen im Sommerzeitmodus bringt kurzzeitig ein Vakuumfeeling… wirklich? Jetzt schon? Ach Ja, Sommerzeit! Dann sind da schon die Nachrichten über Mini-Jetlag und Sinn oder Unsinn der Zeitumstellung halbstündlich im Radio zu hören, sofern man ihn nicht abdreht. Es nervt!

Der Tag ist schön, wenn auch zu kalt für den Frühling!

So. Nun habe ich die Standardthemen durch. Was beschäftigt mich heute wirklich? Die Wortlosigkeit hinter dem oberflächlichen Gerede. Die Gedankenlosigkeit, die man sich genehmigt mit der Ausrede, dass es so viele Wichtigkeiten gibt, die einen total ausfüllen und nichts anderes zulassen. So vieles wird verdrängt bzw. ausgespart, da der Zeitplan mit Projekten zur Geld- und Sachvermehrung und Projekten zur Freizeitgestaltung minutiös gefüllt ist, um einfach keine Sekunde übrig zu haben, für eine philosophische Hinterfragung oder auch nur für einen Gedanken darüberhinaus.

Ich frage mich heute: Wie kann ich die Freude in meiner Umgebung vermehren? Kann es mir gelingen, allein mit meinem ruhigen freundlichen Auftreten und geduldigen Zuhören, den Druck von den Schultern meiner Lieben zu erleichtern? Schaffe ich es mit einem fröhlichen Lied die Chorgemeinschaft zu lockern, die manchmal die Zielstrebigkeit des täglichen Lebens in den Chorabend mitbringt und ganz vergisst, dass das gemeinsame Singen eigentlich die Freude und das Miteinander vermehren soll und nicht alleinig der Befriedigung des persönlichen Ehrgeizes dient?

Es erscheint wir wie der Kampf gegen die Windmühlen, heutzutage dem Leben der Gesellschaft etwas Glanz zu geben. Auch das Gedichteschreiben hat sich geändert. Wer nimmt sich noch die Zeit und ein Buch zur Hand? Ich schreibe sie noch, die Gedichte in den Büchern – auch wenn nur wenige lesen. Und alles scheint nur für das Jetzt zu gelten! Man bloggt. Jetzt. Nichts ist für Morgen und morgen ist alles schon veraltet! So wie ich!

Dieser Gedanke bringt mir selber nun ein Lächeln! Ich bin alt. Zu alt zum bloggen. Aber nicht zu alt zum Schreiben. Und nicht zu alt für junge Gedanken! Ich verstehe euch da draußen und ich bewundere euch. Und wenn der eine oder andere von euch aufschaut und lächelt, dann freu ich mich!

© Prof. Ilse Storfer-Schmied, März 2018

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